Chronik “Dreamtime Saga – Hüter der Gezeiten“

Wie alles begann…
 
1.April 2011
Nachdem ich auf meine Notizen von Arizona blickte, begann die Idee zum Manuskript “Dreamtime Saga – Hüter der Gezeiten“ langsam Gestalt anzunehmen. Aber mir fehlten noch unsagbar viele Hintergrundinformationen. So verbrachte ich neben dem schreiben, die ersten zwei Wochen mit Recherchen im Internet. (Mittlerweile sind drei Aktenordner voll!) Meine Freundin Carolyn, eine amerikanische Ärztin, die ich in Kenia bei einem Projekt „Ärzte ohne Grenzen“ kennengelernt habe, gab mir wertvolle medizinische Tipps, die ich für meine Geschichte brauchte.
 
Mai 2011
Viele Autoren berichten, dass die größte Schwierigkeit darin besteht, den Anfang eines Buches zu schreiben. Den hatte ich allerdings von Anfang an ziemlich schnell gefunden. Erst danach kamen meine Probleme, um die Kapitel in die richtige Reihenfolge zu bringen. Mir fielen teilweise nachts oder an den unmöglichsten Orten Kapitel ein, die erst am Ende oder in der Mitte des Buches eine Rolle spielten. Am Ende des Tages stand ich manchmal mit 100 Notizen da und wusste sie nicht mehr zuzuordnen. Bis mein Mann eines Tages stillschweigend von Ikea nach Hause kam und mir 5 übergroße Magnettafeln an die Wand über meinen Schreibtisch hängte. (Dankeschööön!)
 
Juni 2011
55.000 Wörter geschrieben. Ich versuchte mir Tagesziele zu setzten, aber bedingt durch meinen Schichtdienst war das teilweise unmöglich. In der freudigen Erwartung von vier freien Tagen nacheinander puschte ich mich selber und wollte vier Kapitel nonstop schreiben. Dann saß ich endlich vor meinem Computer und war – blank, ohne Ideen – und dem Wahnsinn sehr, sehr nahe.
 
Juli 2011
Irgendwann fand ich heraus, dass ich nach dem Nachtdienst immer die besten Ideen hatte. Also machte ich mir nächtelang um 02.00 Uhr einen Espresso und fing an zu schreiben. Mehr als einmal bin ich morgens um 05.00 über meinen Notizblock aufgewacht. Seitdem habe ich eine Physiotherapeutin, die alle zwei Wochen versucht, meine verspannte Halsmuskulatur wieder einzurenken.
 
16.Juli 2011
Und dann traraaaa, endlich am 16.Juli 2011 tippte ich das letzte von 96.844 Wörtern ein. Der Roman war fertig – und ich auch…. Ich blickte ungläubig auf den noch immer blinkenden Curser und wusste nicht ob ich weinen, lachen oder jubeln sollte.
Schon lange vorher hatte ich mir sieben große Verlage rausgesucht, die das Genre Fantasy veröffentlichen. Die Manuskripteinreichung war bei jedem unterschiedlich. Der eine wollte die ersten 20 Seiten des Romans haben, andere baten um ein ca. 50 seitiges aussagekräftige Kapitel. Nachdem ich alle sieben Umschläge gut verpackt hatte versandte ich sie als Einschreiben mit Rückantwort. Da ich in Spanien wohne, schien mir das am sinnvollsten, dann war ich wenigstens sicher, dass die Post bei allen Verlagen angekommen war.
Und dann begann das lange Warten…
 
August bis September 2011
Ein einziger Verlag war wenigstens so höflich, mir eine email zu schicken. Sie teilten mir mit, dass sie mein Manuskript erhalten haben und es nun im Lektorat überprüft wird. Sollte ich innerhalb 3 Monate nichts mehr hören, wünschten sie mir anderswo viel Glück.
Irgendwann kamen per Post zwei Absagen von anderen Verlagen und deine Schreibseele beginnt zu bluten…
Doch dann erhielt ich überraschend erst eine email und danach einen Anruf von einem bekannten Verlag. Das Lektorat zeigte sich interessiert, wollte mich persönlich kennenlernen, und forderte das ganze Manuskript an. Danach teilten sie mir dann mit, dass meine Geschichte interessant ist, ein neues Genre der Fantasy aufwirft und mein Schreibstil sehr erfrischend und flüssig ist. Aber….. Die Vampir welle laufe noch so gut. Um es kurz zu machen: ich sollte meinen Puma in einen Vampir umwandeln und noch andere dutzend Dinge umschreiben, den Vertrag den sie mir dann anboten, enthielt auch tiefgreifende Punkte und Abtretungsklauseln mit denen ich nicht einverstanden war.
An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich die Twilight Serie liebe. Ich habe alle Bücher und die letzten drei Filme gesehen. Aber mein Gestaltwandler ist eben ein Puma, denn sonst stimmt die ganze Geschichte nicht mehr.
 
Oktober 2011
Warten………… Die letzten drei Verlange haben sich bis heute noch nicht bei mir gemeldet. Die Autorenforen rieten, noch viel mehr Manuskripte an möglichst viele (mindestens 60 Verlage) zu schicken, bis irgendwann einer auf dich und dein Buch aufmerksam wird. (??? So viele Briefmarken habe ich nicht). Und dann soll man wieder warten. (war auch noch nie mein Hobby).
Durch puren Zufall stieß ich beim Stöbern im Internet auf einmal auf ein Video. Und da sah ich zum ersten Mal Emily Bold. Für alle die sie noch nicht kennen sollten, sie wird als die zweite Amanda Hocking gehandelt. Sie erzählte in dem Interview erfrischend frei vom self publishing und von der Amazon/Kindle Plattform. Danke Emily, du hast meine Lebensgeister wieder zum Leben erweckt.
Denn in diesem Moment beschloss ich, auch ein Indie zu werden. Ich suchte mir ein privates Lektorat, lernte zu twittern und kämpfte mich durch die Tücken beim Erstellen einer Homepage (bei technischen Dingen bin ich sehr blond). Und korrigierte immer und immer wieder mein Manuskript.
 
6.December 2011
Geschafft. Am 6.December um 11.30 Uhr habe ich mein allererstes eBook bei Amazon hochgeladen. Ich wollte den Preis auf 3.99€ haben. Aber es erschien 4.59€. Was mir wieder einmal zeigte, vorher immer das Kleingedruckte zu lesen. Ich hatte übersehen das auf dem Preis noch die damalige 15% Luxemburger Steuer aufgeschlagen wurde. Hätte ich noch ändern können, aber jetzt ließ ich es auf mich zukommen. Am nächsten Tag war das erste Buch verkauft. Juhuuuuuuuuu.
Und dann kam ………………… nichts.
Eine ganze Woche lang verkaufte ich nicht ein einziges Buch mehr. Daraufhin versetzte ich mich in die Lage eines Lesers. Würde ich so viel Urvertrauen haben und 4.59€ in einen unbekannten Autor, einem Nobody investieren? Ich glaube nicht. Bin normalerweise nicht am Wasser gebaut, aber doch begann meine Unterlippe vor Enttäuschung verräterisch zu zucken. Aber wie meine Großmama immer sagte, mit Heulen löst man keine Probleme.
Also nahm ich einen strategischen Wechsel vor.
 
11.December 2011
Neues Spiel, neues Glück.
Um 23.48Uhr lud ich mein Buch erneut bei Amazon hoch, diesmal zum Preis von 0.99€. Und seit diesem Tag begann mein Regenbogen der Gefühle alle Facetten zu durchlaufen.
Nach wenigen Tagen war ich in der Liste der: eBooks – Kinder und Jugendbücher – Romane und Erzählungen vertreten. An manchen Tagen sogar in der Liste der: eBooks – Fantasy und Science Fiction – Fantasy. Da musste man aber schnell gucken, denn einer Stunde nach den Updates war ich aus der zweiten Liste meistens schon wieder verschwunden.
Aber jeden Tag kauften immer mehr und mehr Leser mein Buch. Ich freute mich aus vollen Herzen und zeitgleich wurde mir ein bisschen komisch, weil zum ersten Mal andere Menschen meine Fantasie und meine Gedanken mit mir teilten. Würde mein Buch den Lesern gefallen?
 
24.December 2011
Die Verkaufszahlen steigen.
Nachdem ich eine fast obsessive Paranoia entwickelt habe, um die stündlichen Rankings zu verfolgen, hat mein Mann ein striktes iPhone Verbot im Bett ausgesprochen.
Eine erste Rezension mit 5 Sternen auf Amazon. Ein unsagbares Glücksgefühl schwimmt durch meinen Körper.
 
1.Januar 2012
Ich hatte Frühschicht. Stand um 05.00Uhr morgens in Uniform in der Küche und schlürfte meinen Kaffee. Wie gewohnt schaute ich zur vollen Stunde die Rankings an und war – platt, im wahrsten Sinne des Wortes, – und voller Kaffe auf meiner weißen Bluse.
Zum ersten Mal war mein Roman:
Nr.16 in eBooks – Kinder & Jugendbücher – Romane & Erzählungen
Nr.24 in eBooks – Fantasy und Science Fiction – Fantasy
und zum allerersten Mal in der Bücherliste auf Platz 93.
 
3.Januar 2012
Morgens. Eine zweite Buchrezension ist auf Amazon zu sehen. Diesmal nur ein Stern. Dem Wortlaut der Leserin hätte sie wohl lieber minus 1 Stern vergeben, aber das war wohl nicht möglich. Ich begann zu grübeln und rief schließlich meine Freundin Carolyn in Miami an.
Ihre Antwort war wie immer, so einfach wie simpel: „so what?“ Wenn du dich freiwillig auf öffentliches Terrain begibst, musst du mit Kritik umgehen können, Kleines. Ich geb dir ein Beispiel. Letzte Woche wollte meine Freundin Mora mit mir unbedingt in den neuesten Biss Film gehen, die Karten hatte sie schon gekauft, obwohl sie genau weiß, dass ich diesem vampire shit nichts abgewinnen kann. Also habe ich ihre andere Freundin, Lydia, angerufen. Ich habe ihr meine Eintrittskarte und 50 Dollar versprochen, wenn sie Mora dazu überredet, stattdessen sie mit ins Kino zu schleifen. Nach ein paar Tagen haben wir uns zum Brunch getroffen. Mora fand den Film himmlisch, traumhaft romantisch und will genau das gleiche Brautkleid zu ihrer Hochzeit haben. Lydia fand den Film so lala und meine Meinung kennst du ja, ich mag keine beißenden Männer.
Was uns zu dem Endresultat bringt: ein Film, drei Frauen und drei verschiedene Kritiken. Listen, I’ll give you a good advice: entweder legst du dir ein dickeres Fell zu oder du strickt Socken und verkaufst sie auf dem Wochenmarkt. Da ist die Gefahr geringer, Kritik zu erhalten.
Ja ich liebe diese Frau wirklich. Sie versteht es immer wieder die Dinge auf den Punkt zu bringen und einem zu erden. Und da mein Talent zu stricken nahe der Nullgrenze ist, habe ich beschlossen ihren ersten Ratschlag zu befolgen.
21.00Uhr abends. Eine neue Rezension, diesmal 5 volle Sternchen. Ich weiß nicht wer du bist Sunny, aber von Herzen: Dankeschön!!
 
15.Januar 2012
Heute stehe in den drei Listen auf den Plätzen 16, 24 und 75. Das beste Ranking seit dem Erscheinen meines Buches.
Dann kommt es noch besser. Auf Facebook kommt ein Eintrag von Cody. Er ist der Ehemann meiner lieben Freundin Marina. Cody und seine Band spielen seit vielen Jahren erfolgreich Countrymusik. Vor etwa zwei Monaten fragte ich bei ihm vage an, ob er vielleicht bereit wäre einen mystischen Soundtrack zu meinen Buchtrailer zu machen. Und yeah, er hatte Lust und hat einen eigenen, mir und meinem Buch gewidmeten Soundtrack komponiert.
Und das ist das fertige Ergebnis meines ersten Buchtrailers.
 
12.Februar 2012
“Dreamtime Saga – Hüter der Gezeiten“, steht jeden Tag in beiden Rankings bei amazon, was mir so viel bedeutet, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Denn damit ist mein Traum vom Schreiben wahr geworden.
Seit Januar schreibe ich täglich weiter an dem 2.Teil dieser Fantasy-Serie. Der Roman wird voraussichtlich im April fertig werden und heißt: “Dreamtime Saga – Seelen aus Eis“.
 
Zum Thema Self Publishing:
Zu diesem Thema habe ich viele Anfragen bekommen und hier meine ehrliche Meinung:
Es ist und bleibt ein harter Weg!
Wenn man nicht gerade mit Reichtum gesegnet ist und nicht arbeiten muss, ist es kein Honigschlecken. Ich arbeite in einem Fulltimejob, teilweise 50 Stunden die Woche am Flughafen. In der Freizeit macht sich die normale Hausarbeit nicht von alleine. Bügeln der Uniform, einkaufen, kochen, Behördengänge, eben das ganz alltägliche Leben.
Dazwischen muss man die sozialen Kontakte auf Twitter, google+, Feacebook, Homepages usw. pflegen.
Und das allerwichtigste nicht zu vergessen: Weiter an deinen Träumen arbeiten und an deinem nächsten Buch weiterschreiben.
Ich bin tatsächlich von April 2011 bis heute nicht einmal am Strand gewesen (außer zum Joggen) und ich lebe in Spanien!!! Jeder Urlauber war 2011 braungebrannter, als ich.
Darum noch einmal mein Rat: von nichts kommt auch nichts. Du musst jeden Tag sehr hart arbeiten, wenn du ein Ein-Mann Unternehmen am Leben erhalten willst. Es ist nicht damit getan, mal kurz ein Buch zu schreiben, bei Amazon hochzuladen und sich dann fröhlich zurückzulehnen, in der Hoffnung, dass der Rubel ab jetzt rollt. Wer sich darüber nicht im klarem ist, sollte sich das auch gar nicht erst antun.
Auch ich habe immer wieder gute und schlechte Tage in denen ich denke, ich rock das alles nicht mehr, warum hat der Tag nicht 48 Stunden? Ohne meinen Mann und ohne meine Freunde, die mich immer wieder auffangen, wäre das auch überhaupt nicht möglich, das möchte ich ganz klar betonen.
Ich habe einen Mann, der bedingungslos und absolut hinter mir steht. Der sehr viel an dem technischen Support meines Erfolges mitgewirkt hat. Ohne ihn wäre zum Beispiel niemals das wunderschöne Cover zu Stande gekommen. Er ist auch der Kopf des Hostings meiner Homepage. Und wenn ich wieder mal einen Knopf gedrückt habe, der nicht der richtige war, sieht er schon im Vorfeld die Panik in meinen Augen und eilt mir zu Hilfe. Würde er mich jetzt, nach 21 Jahren Ehe erneut fragen, ob ich ihn noch einmal heiraten würde, ich würde ohne Zucken ja sagen. (Diesmal möchte ich allerdings in die Karibik, Darling…)
Zu Marina und Cody Schumacher kann ich nur eines sagen: reich sind die, die wahre Freunde haben. In diesem Sinne bin ich Millionär, mit eurer Freundschaft.
Meine beste Freundin Carolyn kann ich eigentlich gar nicht werten, denn ich glaube, sie ist nicht wirklich von dieser Welt. Niemals vorher habe ich eine Frau getroffen, die einem als Betaleser so ungeschminkt die Wahrheit an den Kopf knallt. Die so offen für alles Neue ist und die immer da ist, wenn man eine Freundin braucht, zu jeder Zeit! (bei manchen Anrufen hatte ich die Zeitverschiebung vergessen…lach). I miss you Bitch…. 🙂
Aber als Autor lebt man nur von einem. Und das ist das alles überstrahlenden Feedback seiner Leser.
Ich danke euch allen aus tiefsten Herzen, das ihr mir und meinem ersten Buch euer Vertrauen geschenkt habt. Ich hoffe, ich konnte eure Träume erreichen und ihr folgt mir bei meinem nächsten Roman wieder ins Tal der Fantasie.
Euch allen, von ganzem Herzen: Dankeschön!
 
Eure Bianca

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