CHAMSA – 5 Tage bis zur Ewigkeit

Eine Romantasy – Novella

 

Diese Geschichte ist ein in sich abgeschlossener Roman mit einem mir sehr am Herzen liegenden Thema. Eigentlich sollte es ja eine Kurzgeschichte werden. Ich habe vor Kurzem eine tolle Kurzgeschichte von einem amerikanischen Autor gelesen; 4000 Zeichen, 35 Seiten. Danach dachte ich, das kann ich auch. Als ich allerdings ungefähr auf Seite 40 noch nicht einmal alle Hauptpersonen erwähnt hatte, schwante mir schon dumpf, dass ich es wohl eher nicht kann. Bei Seite 80 dachte ich dann hoffnungsvoll fertig zu sein und hab meiner Lektorin daraufhin die erste Mail geschickt, in der ich ihr den Plot kurz beschrieben habe. Ihre Antwort darauf war: Die Idee für die Geschichte ist ja wieder toll. Aber im Klappentext fehlt mir jetzt noch das Fantasy-Element. Gibt es das hier gar nicht? Das wäre aber schade, oder? Tja, und ab dem Zeitpunkt ist meine liebe Lektorin schuld daran gewesen, dass das Buch so viel Verspätung bekam. Gleichzeitig wusste ich auch, dass ich das mit der Kurzgeschichte jetzt komplett vergessen konnte. Danach habe ich eine gesamte Woche damit verbracht, ein Fantasy-Element zu erträumen, und den Roman dann noch einmal komplett neu geschrieben.
 
Wie ich auf diese Geschichte gekommen bin? Das habe ich eigentlich meiner Freundin Hannah zu verdanken. Aus diesem Grund heißt die Protagonistin des Buchs auch so. Ich habe über fünf Jahre in Tunesien gearbeitet und war auf diese Weise schon mit den arabischen Ritualen vertraut. In Tunis hatte ich einen großen, buntgemischten Freundeskreis aus Palästinensern, Tunesiern und Israelis. An den freien Wochenenden haben wir uns immer im Haus der jüdischen Journalisten Hannah getroffen, literweise Minz -Tee getrunken und endlos diskutiert. Sie war es auch, die mich damals mit Bruno Hussar und dem Friedensdorf bekannt gemacht hat. Hannah hat sich unendlich viel Zeit genommen und mir an unzähligen Abenden viel von ihrem jüdischen Alltagsleben und den Bräuchen erzählt. Schon damals hatte ich immer mein Reisetagebuch dabei und habe alles aufgeschrieben. Und trotz, oder vielleicht gerade aufgrund unserer zusammengewürfelten Nationalitäten waren wir eine eingeschworene Truppe, die niemals den Glauben des anderen in Frage gestellt hat.
 
Darum war es mir wichtig, diese Geschichte zu schreiben, um so vielleicht ein wenig Verständnis für die Hoffnungen und Träume und Sehnsüchte dieser Menschen zu erreichen. Ich habe mich sehr bemüht, für keine Partei Stellung zu beziehen. Ich möchte den Lesern nur auf einfühlsame Weise die Lebensbedingungen am Rande des Gazastreifens ein bisschen näherbringen. Denn abgesehen von meinen eingesponnenen Fantasy-Elementen spielt dieser Roman in der Gegenwart. Und solange es unter den beiden Völkern nicht zu einer friedlichen Einigung kommt, wird die Wüste weiterhin weinen. Doch wie meine Protagonisten Hannah und Hakim verliere ich nie die Hoffnung.

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